Strafrecht

Viele Straftaten ergeben sich direkt aus dem Strafgesetzbuch (StGB). Es gibt allerdings auch eine Vielzahl anderer Gesetze, die eine strafrechtliche Ahndung von Verfehlungen vorsehen.

Dabei muss man sich gar nicht besonders anstrengen um mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

In ein öffentliches Verkehrsmittel einsteigen ohne ein Ticket zu lösen stellt den Straftatbestand des Erschleichens von Leistungen gem. § 265a StGB dar.

Im Rahmen eines Verkehrsunfalles steht oft der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im Raum, strafbar gemäß § 229 StGB.

Seinen Unmut  mit einer eindeutigen Handgeste oder einer drastischen Wortwahl zum Ausdruck zu bringen, erfüllt je nach Wortwahl vielleicht schon den Tatbestand einer Beleidigung nach § 185 StGB.

In anderen Bereichen existieren ebenso Normen, welche bei Verstößen in einer Anklage und einem Prozess münden können.

Mitunter sehen GmbH-Geschäftsführer und Gesellschafter, dass das Geld nicht nur knapp sondern schlicht nicht mehr ausreichend ist um laufende Kosten zu decken. Sie reduzieren diese nun auf ein Minimum anstatt das Insolvenzgericht anzurufen. Dies tun sie vielleicht in der Hoffnung, von dem einen großen Schuldner doch noch die versprochenen Zahlungen zu erhalten. Diese Hoffnung ist menschlich sicherlich nachvollziehbar und diese Fälle sind gar nicht selten. Aber was bleibt ist die bittere Wahrheit, sich gemäß § 15a InsO strafbar gemacht zu haben.

Abhängigkeiten im Bereich des Alkohol- und Drogenkonsums führen nicht nur im Rahmen der Beschaffungskriminalität zum Konflikt mit dem StGB, sondern regelmäßig zu Verstößen im Verkehrsrecht und Betäubungsmittelgesetz.

Nicht unterschätzt werden dürfen die oft mit dem vorgeworfenen Delikt einhergehenden Folgen bzw. die Auswirkungen der Rechtsfolgen eines strafrechtlichen Urteils in andere Rechtsgebiete. So wird ziemlich sicher ein Unfall unter BtM- oder Alkoholeinwirkung nicht nur Ärger mit der Polizei bzw. Staatsanwaltschaft bedeuten, sondern außerdem zu Problemen mit der eigenen Haftpflichtversicherung und/oder Kaskoversicherung führen. Diese sind dann nämlich möglicherweise von ihrer Leistungspflicht befreit und können ggf. sogar Regressansprüche gegen den eigenen Kunden stellen. Gleichzeitig wird auch die Fahrerlaubnisbehörde prüfen, ob gegen den Fahrer Maßnahmen im Sinne einer Entziehung der Fahrerlaubnis einzuleiten sind.

Selbstverständlich gehört auch die Befassung mit diesen Nebenfolgen zu dem Leistungsspektrum eines Strafverteidigers.